Wer in Steglitz unterwegs ist und plötzlich denkt, er hätte ein buntes Raumschiff aus den 70ern entdeckt, ist höchstwahrscheinlich dem Bierpinsel begegnet. Nein, das ist kein missverstandenes Barutensil – sondern ein denkmalgeschützter Turm mit Kultstatus.
Erbaut wurde das futuristische Teil 1972 im knalligen Pop-Art-Stil. Mit seinen 47 Metern Höhe und der pilzartigen Form sieht er aus wie das Lieblingsgebäude eines außerirdischen Friseurs. Ursprünglich war er als Restaurant gedacht – inklusive futuristischem Flair und Rundumblick über die Stadt. Leider war der Bierpinsel gastronomisch nicht ganz so erfolgreich wie optisch beeindruckend. Der Betrieb ging öfter aus als eine Berliner Ampel auf Gelb.
Sein Name? Ein Geschenk des Berliner Humors: „Bierpinsel“ wegen der Ähnlichkeit zu einem überdimensionalen Rasierpinsel und der Tatsache, dass dort früher tatsächlich Bier ausgeschenkt wurde. Na dann: Prost, Architektur!
Heute ist der Bierpinsel vor allem eins – ein schräger Star der Berliner Skyline. Mal geschlossen, mal neu besprayt, aber immer ein Hingucker mit Kultcharakter und der perfekte Anblick fürs erste Späti.
