Zu den neun Kurfürsten

Eingebettet zwischen zwei wohnraummaximierenden Zinshäusern des frühen 20 Jahrhunderts liegt am oberen Ende der Neubaugasse ein, im wahrsten Sinn des Wortes, Kleinod Wiener Architektur: Das Haus zu den neun Kurfürsten. Der Name des Hauses spielt auf jene neun Großfürsten an, die die Wahl zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches unter sich ausmachten und in Form von Reiterstatuen entlang der Fassade verewigt wurden.

Ein interessantes Detail steckt dabei in der Frage, ob und auf welche Kaiserwahl die Fassade konkret anspielt. Gerne wird dabei auf die Wahl von Joseph II. im Jahr 1764 verwiesen, die sich so nicht verifizieren lässt, da sich hier eine Frau unter die Wahlmänner gemischt hat. Die dafür verräterische Damenreitposition nimmt aber keine der Statuen ein. Die früheren und späteren Wahlen zu Gunsten der Habsburger scheiden ebenfalls aus, da sich entweder Maria Theresia oder die Straffung des Gremiums auf sieben oder acht Teilnehmer als Spielverderber entpuppen.

Ob der geneigte Betrachter hier eine Wissenslücke oder frühzeitige (Baujahr: 1820), antimonarchische Andeutungen erkennen mag, sei ihm überlassen, zum Verweilen lädt dieses Schmuckstück allemal ein.


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