Der älteste österreichische Weihnachtsmarkt erfreute 1772 die Bewohner der Bundeshauptstadt in Form des allumfassenden „Nikolo-, Weihnachts- und Krippenmarkt“. Stolze 108 Stände boten schon damals einen Vorgeschmack darauf, was sich in den folgenden Jahrhunderten in der Adventszeit an kommerzieller Gründlichkeit über das Wiener Zentrum ausbreiten wird.
Der Christbaum, der seit knapp 500 Jahren speziell die Herzen der Kinder höherschlagen lässt, versinnbildlicht ursprünglich weniger Erfreuliches. Mit dem immergrünen Baum, behangen mit roten Äpfeln, sollte der Vertreibung Adam und Evas aus dem Paradies am 24. Dezember gedacht werden. Die elegante Überleitung in die idyllischere Fassung der Neuzeit kann man jedoch niemandem übelnehmen.
Der idealisierte Gedanke der „stillsten Zeit des Jahres“ trifft im Berchtesgadener Land auf tradierten Widerstand. Pünktlich am 17. Dezember um 15 Uhr tritt das Kommando der Weihnachtsschützen zusammen um, im Rahmen des „Christkindl-Anschießens“, auf einer Anhöhe über Berchtesgaden mit großkalibrigen Handböllern die raue Winterzeit bereits vier Tage vor ihrem Beginn zu vertreiben. Das sich täglich wiederholende Klangspiel leitet gekonnt bis in die Heilige
Nacht über und endet mit der letzten Salve eine halbe Stunde vor der Mitternachtsmette. Ein Schelm der denkt, dass auch die Tradition der Weihnachtsfernreisen hier ihren Ursprung gefunden hat.
Um den schlammigen Geruch des Weihnachtskarpfens Herr zu werden, zog dieser häufig seine letzten Runden vor Heilig Abend in heimischen Badewannen. Nicht jeder Züchter verfügte nämlich über das notwendige Hälterungsbecken mit dem das Bouquet vorweggenommen werden hätte
können.
Während klassische Weihnachtsgetränke wie Punsch und Glühwein auf eine lange und romantisierte Geschichte verweisen können, zeichnet das nicht weniger interessante Weihnachtsbier ein deutlich kürzeres Dasein aus. Erst im Jahr 1981 brachte die Turborg-Brauerei das Julebryg heraus. Immerhin konnte sich daraus ein eigener Feiertag in Dänemark, der J-dag,
entwickeln. Dieser markiert den ersten Freitag im November an dem um pünktlich 20:59 Uhr der Verkauf des Gebräus startet.