Der Obelisk am Ruppiner See

Gut versteckt im dichten Geäst zwischen Wustrau und Altfriesack offenbart sich dem geschulten Auge eine Sehenswürdigkeit erster Klasse: der Obelisk am Ruppiner See. Neben seinem ungewöhnlichen Standort lässt vor allem die bescheidene Inschrift im geschliffenen Marmor (lediglich das Jahr 1790 ist erkennbar) einige Fragen offen.

Recherchen haben jedoch ergeben, dass damit der Schiffbarmachung des Rhins durch den Bau des Ruppiner Kanals gedacht wird. Durch dieses visionäre Projekt wurde eine Wasserstraße vom Norden bis nach Berlin erschlossen. Diese läutete wiederum einen wirtschaftlichen Aufschwung ein, der auf dem regionalen Torfabbau und dessen Verschiffung in die Hauptstadt begründete.

Ein weiteres, schlagendes Argument für derlei Mobilitätsgedanken dürfte sicher auch der nahe Wohnort von Hans Joachim von Zieten gewesen sein, seines Zeichens oberster Haudrauf des Alten Fritz.

Neben der genannten Geschichtsträchtigkeit lädt der Platz zweifelsohne zum Verweilen und Schwammerlsuchen ein, etwas mehr Aufputz hätte sich derart Monumentales aber durchaus verdient.